Das Porto 2027 wird für fast alle Briefe teurer. Wer ab Januar einen Brief verschicken will, zahlt bei der Deutschen Post mehr, und dicke Briefe über 3 cm Höhe gehen gar nicht mehr als Brief. Dabei gibt es zwei Schritte, die viele Berichte vermischen: Die Bundesnetzagentur legt nur den Rahmen fest, also wie stark die Preise im Durchschnitt steigen dürfen. Die konkreten Preise wählt die Deutsche Post AG selbst, und die Behörde muss sie danach genehmigen. Hier liest du, was schon feststeht, was noch offen ist und was du jetzt tun kannst. Stand der Fakten: 7. November 2026, Quellen am Ende.
Was kostet ein Standardbrief ab 2027?
Ein Standardbrief kostet ab dem 1. Januar 2027 laut Deutscher Post 1,15 Euro, bisher sind es 95 Cent. Die Postkarte steigt ebenfalls von 0,95 auf 1,15 Euro. Alle Preise stehen unter dem Vorbehalt der abschließenden Genehmigung durch die Bundesnetzagentur.
| Briefart (national) | bis 31.12.2026 | ab 01.01.2027 | Plus (eigene Rechnung) |
|---|---|---|---|
| Postkarte | 0,95 € | 1,15 € | +21 % |
| Standardbrief (bis 20 g) | 0,95 € | 1,15 € | +21 % |
| Kompaktbrief (bis 50 g) | 1,10 € | 1,25 € | +14 % |
| Großbrief (neu bis 1.000 g, 3 cm) | 1,80 € | 2,35 € | +31 % |
| Maxibrief (neu bis 2.000 g, 3 cm) | 2,90 € | 5,00 € | +72 % |
| Warensendung | 2,70 € | 3,10 € | +15 % |
Quelle der Preise: Deutsche Post, Pressemitteilung vom 20.10.2026 und Seite „Brief und Paket: Das ändert sich 2027“ (abgerufen 07.11.2026). Die Prozentwerte sind auf ganze Zahlen gerundet und selbst berechnet. Einschreiben, Einschreiben Einwurf, Rückschein und Wert bleiben im Inland laut Deutscher Post gleich teuer.
Die Erhöhung trifft also nicht alle Briefarten gleich. Den größten Sprung macht der Maxibrief, den kleinsten der Kompaktbrief. Das ist erlaubt: Die Post darf laut Bundesnetzagentur einzelne Produkte stärker und andere schwächer anheben, solange der Durchschnitt im Rahmen bleibt.
Porto 2027: Spielraum der Bundesnetzagentur oder fester Preis?
Die 20,35 Prozent sind kein Preis, sondern ein Rahmen. Die Bundesnetzagentur hat am 12. Oktober 2026 den Entwurf ihrer sogenannten Price-Cap-Entscheidung veröffentlicht. Er legt fest, um wie viel Prozent die Post ihre Preise in drei Bereichen im Durchschnitt erhöhen darf:
| Bereich („Korb“) | Spielraum 2027 bis 2028 | Zum Vergleich 2024 |
|---|---|---|
| Privatkunden Brief | 20,35 % | 10,48 % |
| Geschäftspost | 20,35 % | 10,48 % |
| Privatkunden Paket | 10,72 % | 7,21 % |
Quelle: Bundesnetzagentur, Pressemitteilung vom 12.10.2026.
So läuft das Verfahren Schritt für Schritt:
- 12.10.2026: Die Bundesnetzagentur veröffentlicht den Entwurf mit dem Spielraum.
- bis 30.10.2026: Post, Wettbewerber und Verbraucherschützer konnten den Entwurf kommentieren.
- 20.10.2026: Die Deutsche Post nennt ihre geplanten Preise ab 2027.
- voraussichtlich November 2026: Die Bundesnetzagentur veröffentlicht die finale Entscheidung. Bis zum 7. November 2026 stand sie noch nicht in der Liste ihrer Pressemitteilungen.
- danach: Die Post beantragt die einzelnen Preise. Die Behörde genehmigt sie, wenn sie im Rahmen liegen.
- 01.01.2027 bis 31.12.2028: Die neuen Preise sollen zwei Jahre gelten.
Laut Bundesnetzagentur blieb sie unter den Forderungen der Post und hat mehrere geltend gemachte Kosten nicht anerkannt. Die Post hatte einen höheren Spielraum gefordert.
Warum wird das Briefporto teurer?
Der Hauptgrund sind laut Bundesnetzagentur die stark sinkenden Briefmengen. Es werden immer weniger Briefe verschickt, aber die Post muss weiter ein flächendeckendes Netz für die Zustellung halten. Die Kosten verteilen sich auf weniger Sendungen, also steigt der Preis pro Brief.
- Digitalisierung: Firmen, Behörden und Verbraucher schreiben mehr digital. Ab 2028 kommt laut Bundesnetzagentur die Pflicht zur E-Rechnung für Unternehmen dazu.
- Inflation: Die Behörde rechnet für die zwei Jahre mit einer zusammengefassten Preissteigerung von 4,04 Prozent.
- Produktivität: Sie sinkt laut Bundesnetzagentur im Briefbereich um 16,31 Prozent, bei Paketen um 6,68 Prozent.
- Lasten aus der Bundespost: Die Behörde erkennt Personal-, Sozial- und Versorgungslasten an, die die Post als Nachfolgerin der Deutschen Bundespost trägt.
Die Deutsche Post nennt in ihren Fragen und Antworten zusätzlich gestiegene Personal-, Energie- und Betriebskosten sowie Investitionen in Qualität und Versand.

Was ändert sich 2027 beim Briefversand außer dem Preis?
Briefe dürfen ab 2027 höchstens 3 cm hoch sein. Das ist die wichtigste Regel neben dem Preis. Bisher durfte ein Maxibrief bis 5 cm hoch sein, mit Zusatzentgelt sogar bis 15 cm. Den Maxibrief mit Zusatzentgelt gibt es nicht mehr.
- Großbrief: darf künftig 3 cm hoch und 1.000 g schwer sein (bisher 2 cm und 500 g).
- Maxibrief: wird länger und breiter (bis 38,1 × 30,5 cm), darf bis 2.000 g wiegen, aber nur noch 3 cm hoch sein.
- Zu dicke Briefe: Laut Deutscher Post gehen Sendungen über 3 cm an den Absender zurück oder kosten beim Empfänger ein Nachentgelt.
- Warensendung: bleibt bei 5 cm Höhe, ist aber nur für Waren und Bücher erlaubt, nicht für Briefe oder Grußkarten. Die Laufzeit liegt laut Post in der Regel bei 4 Werktagen.
- DHL Päckchen: enthält ab 2027 Sendungsverfolgung und Haftung bis 20 Euro. Das Höchstgewicht sinkt von 2 auf 1 kg, das Päckchen S darf nur noch 5 statt 10 cm hoch sein. Die Preise für Päckchen und Pakete hat die Post noch nicht genannt (Stand 07.11.2026).
- Laufzeit: Briefe im Inland kommen laut Post weiter in der Regel innerhalb von zwei Werktagen an.
Was kostet ein Brief ins Ausland ab 2027?
Ein Standardbrief oder eine Postkarte ins Ausland kostet ab 2027 laut Deutscher Post 1,45 Euro statt 1,25 Euro. Bei größeren Briefen ins Ausland ändert sich mehr, weil der Weltpostvertrag ab 2027 ein kleineres Höchstformat vorgibt.
| Briefart (international) | bis 31.12.2026 | ab 01.01.2027 |
|---|---|---|
| Postkarte und Standardbrief | 1,25 € | 1,45 € |
| Kompaktbrief | 1,80 € | 2,10 € |
| Midibrief (neu, bis 500 g, 2 cm) | – | 3,80 € |
| Großbrief (neu bis 1.000 g, 3 cm) | 3,30 € | 6,80 € |
| Maxibrief bis 1.000 g / 2.000 g | 6,50 € / 17,00 € | entfällt |
| Einschreiben International (Zuschlag) | 3,70 € | 3,95 € |
Quelle: Deutsche Post, 20.10.2026. Für Dokumente bis 500 g ist der neue Midibrief laut Post die günstigere Wahl. Schickst du öfter Post zu Familie oder Freunden im Ausland, etwa nach Thailand, rechne mit diesen Preisen. Für die Einreise dorthin hilft dir mein Artikel zur Thailand Digital Arrival Card.

Was bedeutet das Porto 2027 für dich?
Für die meisten Haushalte steigen die Kosten um wenige Euro im Jahr. Teurer wird es für alle, die viel verschicken oder bisher dicke Maxibriefe genutzt haben.
Rechenbeispiel (Annahme, keine Quelle): Du verschickst im Jahr 20 Standardbriefe und 10 Postkarten. Bisher zahlst du dafür 28,50 Euro, ab 2027 dann 34,50 Euro, also 6 Euro mehr.
Das kannst du jetzt tun:
- Briefmarken mit Wert prüfen: Klebe ab Januar so viel Porto drauf, dass der neue Preis erreicht ist. Bei einer 95-Cent-Marke fehlen für den Standardbrief 20 Cent.
- Höhe messen: Alles über 3 cm muss ab 2027 als Warensendung, Päckchen oder Paket raus.
- Weihnachtspost planen: Bis zum 31. Dezember 2026 gelten die alten Preise.
- Digital statt Papier: Rechnungen, Kündigungen oder Anträge gehen oft auch per E-Mail oder Online-Formular. Prüfe, ob der Empfänger das annimmt.
Auf vatha.de schreibe ich über Alltag, Technik und meine eigenen Webseiten. Mehr Artikel findest du im Blog, meine Webseiten unter Projekte und alles Weitere auf der Startseite.
Häufige Fragen
Wird das Porto 2027 erhöht?
Ja. Laut Deutscher Post steigt das Porto ab dem 1. Januar 2027, zum Beispiel für den Standardbrief von 95 Cent auf 1,15 Euro. Die Preise brauchen noch die abschließende Genehmigung der Bundesnetzagentur.
Wie viel kostet ein Brief ab 2027?
Der Standardbrief kostet 1,15 Euro, der Kompaktbrief 1,25 Euro, der Großbrief 2,35 Euro und der Maxibrief 5,00 Euro. Das sind die Preise, die die Deutsche Post am 20. Oktober 2026 genannt hat.
Ist der Preis von 1,15 Euro schon endgültig?
Noch nicht. Die Bundesnetzagentur will ihre finale Entscheidung zum Spielraum voraussichtlich im November 2026 veröffentlichen. Danach muss sie die einzelnen Preise der Post genehmigen.
Was bedeuten die 20,35 Prozent?
Das ist der durchschnittliche Spielraum, den die Bundesnetzagentur der Post im Entwurf für Privatkundenbriefe und Geschäftspost erlaubt. Einzelne Produkte dürfen stärker oder schwächer steigen.
Wie hoch darf ein Brief ab 2027 sein?
Höchstens 3 cm. Dickere Sendungen gehen laut Deutscher Post an den Absender zurück oder kosten beim Empfänger ein Nachentgelt. Für Waren bis 5 cm gibt es die Warensendung.
Was kostet eine Postkarte ab 2027?
Im Inland 1,15 Euro statt 95 Cent, ins Ausland 1,45 Euro statt 1,25 Euro.
Quellen
- Ursprungsquelle: Bundesnetzagentur veröffentlicht geplanten Spielraum für Porti, Bundesnetzagentur, Pressemitteilung, 12.10.2026, https://www.bundesnetzagentur.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2026/20261012_Post.html
- Deutsche Post AG passt Briefporto und Produkte zum 1. Januar 2027 an, DHL Group, Pressemitteilung, 20.10.2026, https://group.dhl.com/de/presse/pressemitteilungen/2026/deutsche-post-ag-passt-briefporto-und-produkte-zum-ersten-januar-2027-an.html
- Brief und Paket: Das ändert sich 2027, Deutsche Post, abgerufen 07.11.2026, https://www.deutschepost.de/de/a/aenderungen2027.html
- Pressemitteilungen, Bundesnetzagentur, Liste abgerufen 07.11.2026, https://www.bundesnetzagentur.de/DE/Allgemeines/Presse/Pressemitteilungen/start.html