Laserkommunikation mit Satelliten gilt als nächster Schritt nach dem Funk. Ein Beispiel liefert gerade Griechenland: Der Kleinsatellit Ermis-3 hat eine Laserverbindung zur Bodenstation Holomondas aufgebaut. Die Europäische Weltraumorganisation ESA berichtete am 3. November 2026 darüber. Für Griechenland ist es laut ESA die erste optische Verbindung mit einem Satelliten in niedriger Umlaufbahn. Hier liest du, wie die Technik funktioniert, was Ermis-3 geschafft hat und warum das auch für Europa wichtig ist. Stand der Fakten: 7. November 2026, Quellen am Ende.

Was hat Ermis-3 geschafft?

Ermis-3 hat Daten per Laser vom Orbit zur Erde geschickt und die Verbindung dabei präzise ausgerichtet und gehalten. Laut ESA gelang das nur wenige Wochen nach der Inbetriebnahme des Satelliten.

PunktAngabeQuelle
SatellitErmis-3, CubeSat mit 8 Einheiten (8U)ESA, 03.11.2026
Gebaut vonNationale und Kapodistrias-Universität AthenESA, 03.11.2026
Start30. März 2026, zusammen mit Ermis-1 und Ermis-2ESA, 03.11.2026
Laser-Terminal an BordATLAS-1 der litauischen Firma AstrolightESA, 03.11.2026
BodenstationHolomondas (HolOGS-1), Aristoteles-Universität ThessalonikiESA, 03.11.2026
Datenrate1 Gbit/sAstrolight, berichtet von New Space Economy, 03.11.2026
Verbindungenzwei pro Tag nach der InbetriebnahmeAstrolight, berichtet von New Space Economy
Verfügbarkeitüber 85 % bei Überflügen höher als 15 Grad über dem HorizontAstrolight, berichtet von New Space Economy

Laut Astrolight stand der erste optische Kontakt schon beim ersten aktiven Überflug. Ab dem dritten Überflug war die Kalibrierung abgeschlossen, danach lief der Betrieb automatisch nach Plan. Brach die Verbindung ab, war sie laut Astrolight in weniger als 10 Millisekunden wieder da. Diese Werte stammen vom Hersteller und sind nicht unabhängig geprüft.

Satellit und Bodenstation mit Kuppel, verbunden durch einen dünnen Laserstrahl
🤖 Bild: KI-generiert

Wie funktioniert Laserkommunikation zwischen Satellit und Erde?

Statt Funkwellen schickt der Satellit einen schmalen Strahl aus Infrarotlicht zur Bodenstation. Die Daten stecken im Licht. Damit das klappt, müssen Satellit und Bodenstation genau aufeinander zielen, den Partner finden und ihm folgen, während der Satellit über den Himmel zieht. Fachleute nennen das Pointing, Acquisition and Tracking, kurz PAT. Genau diese Technik hat Ermis-3 laut ESA vorgeführt.

  1. Die Bodenstation und der Satellit richten ihre optischen Terminals grob aufeinander aus.
  2. Beide Seiten suchen das Lichtsignal des Partners und fassen es.
  3. Während des Überflugs führen sie den Laserstrahl ständig nach.
  4. Die Daten fließen über das Licht, bis der Satellit hinter dem Horizont verschwindet.

Welche Vorteile hat Laserkommunikation gegenüber Funk?

Laser übertragen mehr Daten in kürzerer Zeit und sind schwerer zu stören. Das beschreibt Euronews in einem Bericht über die Bodenstation in Griechenland vom Mai 2026. Dazu kommt ein Platzproblem beim Funk: Funkfrequenzen sind knapp, und volle Umlaufbahnen machen klassische Funkverbindungen schwieriger.

MerkmalFunkLaser (optisch)
Strahlbreitsehr schmal, Infrarot
Datenrateniedrigerlaut Euronews deutlich höher
Störung und Abhörenleichterlaut Euronews schwerer
Frequenzenknapp, müssen zugeteilt werdenFunkfrequenzen werden nicht belegt
Ausrichtungeinfachersehr genaue Nachführung nötig

Astrolight wirbt laut Euronews mit Empfangsraten von bis zu 2,5 Gbit/s und mit Downloads, die statt Stunden weniger als eine Minute dauern. Das sind Angaben des Herstellers. Laut ESA können Wolken die Verbindung ganz blockieren, und Luftunruhe kann die Signalqualität verschlechtern.

Optische Bodenstation mit Teleskopkuppel auf einem Berg bei Nacht, ein Lichtstrahl führt nach oben
🤖 Bild: KI-generiert

Welche Rolle spielen ESA und Europa bei der Laserkommunikation?

Die ESA treibt optische Satellitenverbindungen in Europa voran. Ermis-3 gehört zum nationalen Raumfahrtprogramm Griechenlands, das die ESA im Auftrag der griechischen Regierung umsetzt. Laut ESA übernahm sie Projektleitung, technische Aufsicht und Tests im Forschungszentrum ESTEC in den Niederlanden. Die Bodenstation Holomondas war vorher eine Sternwarte und wurde laut Euronews im Mai 2026 als optische Station eröffnet.

Weitere optische Bodenstationen in Europa stehen laut Euronews auf Teneriffa, in Almería in Spanien und in Nemea in Griechenland. Laut dem Weltwirtschaftsforum, das Euronews zitiert, könnte die Zahl der Satelliten in niedriger Umlaufbahn in zehn Jahren um 190 Prozent steigen. Mehr Satelliten heißt mehr Daten, und dafür werden Laserverbindungen wichtiger.

Was macht Ermis-3 als Nächstes?

Ermis-3 trägt laut New Space Economy eine Kamera und soll zeigen, wie schnell sich hyperspektrale Bilder zur Erde schicken lassen. Ein mögliches Einsatzfeld ist die Präzisionslandwirtschaft, also die genaue Beobachtung von Feldern. Die Schwester-Satelliten Ermis-1 und Ermis-2 testen laut New Space Economy Verbindungen für das Internet der Dinge über 5G und Funkverbindungen zwischen Satelliten.

Was bedeutet Laserkommunikation per Satellit für dich?

Im Alltag merkst du davon noch nichts. Laserverbindungen helfen aber, Daten aus dem All schneller auf die Erde zu bringen, etwa Bilder für Wetter, Landwirtschaft oder Katastrophenschutz. 1 Gbit/s entspricht der Datenrate eines schnellen Gigabit-Anschlusses zu Hause. Wie schnell dein eigener Anschluss ist, kannst du mit dem Speedtest messen, den ich auf flinktest.de vorstelle. Für Leser auf Englisch gibt es speediq.org. Weitere Technik-Themen findest du im Blog von vatha.de.

Häufige Fragen

Was ist Laserkommunikation bei Satelliten?

Bei der Laserkommunikation schickt ein Satellit Daten mit einem schmalen Infrarot-Laserstrahl statt mit Funkwellen. Eine Bodenstation oder ein anderer Satellit empfängt das Licht.

Was ist Ermis-3?

Ermis-3 ist ein griechischer Kleinsatellit im CubeSat-Format mit 8 Einheiten. Die Universität Athen hat ihn gebaut, gestartet ist er am 30. März 2026.

Wie schnell überträgt Ermis-3 Daten per Laser?

Laut dem Terminal-Hersteller Astrolight mit 1 Gbit/s. Die ESA nennt in ihrer Meldung keine Datenrate.

Welche Vorteile hat Laser gegenüber Funk?

Laser können mehr Daten schneller übertragen, sind schwerer zu stören und belegen keine knappen Funkfrequenzen. Dafür müssen Sender und Empfänger sehr genau aufeinander zielen.

Wo steht die Bodenstation für Ermis-3?

In Holomondas im Norden Griechenlands. Die Station HolOGS-1 hat die Aristoteles-Universität Thessaloniki entwickelt.

Quellen

  • Ursprungsquelle: ESA, „CubeSat achieves challenging laser link to ground“, 03.11.2026, esa.int/Applications/Connectivity_and_Secure_Communications/CubeSat_achieves_challenging_laser_link_to_ground
  • New Space Economy: ERMIS-3 demonstrates satellite laser communications from Greece, 03.11.2026 (Angaben von Astrolight)
  • Euronews: Griechenland eröffnet Laser-Bodenstation, 21.05.2026